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und im Anschluss eine Liste der letzten 20 Artikel.


MontagsMoment | 02.10.2023

| CVJM Thüringen e.V. | MontagsMoment

Liebe CVJM-Community!

„Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob“ - Römer 15,7

Dieser Vers ist mir in der letzten Zeit an unterschiedlichen Stellen immer wieder begegnet. Dabei hat mich die Frage nicht, warum es uns manchmal so schwerfällt, „Andere“ anzunehmen oder sogar zu lieben, nicht mehr losgelassen. Und wieso es trotz Bemühungen manchmal schwer ist, anzunehmen und nicht abzulehnen, zu vertrauen und nicht zu misstrauen, Verhalten zu akzeptieren und nicht vorher zu verurteilen. So oft ist unser Leben von richtig oder falsch geprägt und so oft haben wir auch selbst Angst vor Konsequenzen oder dem Ausschluss, weil wir vielleicht „anders“ sind. Bei all dem bleibt das Miteinander gerne mal auf der Strecke, weil jede/r für sich durchs Leben wuselt. Jesus kann uns hier zum Vorbild werden. Jesus ist auf die Menschen zugegangen, besonders auf diejenigen, die ausgeschlossen wurden. Er hat diese Menschen angenommen, akzeptiert und geliebt. Jesus lädt uns zu sich ein und wir dürfen kommen, so wie wir sind.

Aber wie kann das für uns gelingen? Wir nehmen uns einander an, wenn wir uns für unser Gegenüber interessieren, wenn wir uns bemühen, den/die andere/n zu verstehen, wenn wir den ersten Schritt machen und auf den/die andere/n zugehen. Annehmen heißt, zu einer anderen Person „Ja“ zu sagen. Wenn wir es schaffen, über unseren Schatten zu springen, wenn wir es schaffen, nicht vorher zu urteilen, dann würde die Chance für eine Beziehung bestehen und vielleicht sogar für eine Freundschaft. Sich einander anzunehmen gelingt, wenn wir zueinander freundlich sind und uns gegenseitig ermutigen. Wir können füreinanderbeten und Segen, wie Jesus wirkt.

Eure Lea Bernardy

Challenge: Such dir eine Person, der du gerne mehr/besser begegnen möchtest und bete ganz bewusst für diesen einen Menschen. Vielleicht hast du ja sogar den Mut für einen weiteren Schritt wie zum Beispiel ein Gespräch, ein Lächeln, eine Aufmerksamkeit.

 

 

 

 

CVJM Arbeit: Warum es sich lohnt, in junge Menschen zu investieren?!

| CVJM Thüringen e.V. | Magazin

In den folgenden Beiträgen wollen wir einen Querschnitt unserer Angebote aufzeigen. Die landesweite Kinderund Jugendarbeit ist vielfältig und spricht auf unterschiedliche Weise junge Menschen an.


TeenCamp Hoheneiche – eine Ferienwoche mit MehrWert

Gemeinschaft, Tiefgang, Action, Spaß, Herausforderung – all das beschreibt das TeenCamp ziemlich treffend und ist beim weitem nicht abschließend. Jeden Sommer treffen sich ca. 60 Jugendliche in HighOak – so wird der kleine Ort auf der Saalfelder Höhe inzwischen liebevoll von allen genannt. Jugendliche aus ganz Thüringen und inzwischen deutschlandweit wachsen für eine Woche zu einer tragenden Gemeinschaft zusammen: sie werden gesehen, dürfen sich vielfältig ausprobieren und unterstützen sich in Herausforderungen des bunten Programms. Innerhalb dieser tragenden Gemeinschaft und den teils sehr actionreichen Spielen bzw. Programmen ist Jesus Christus für uns zentral. Nichts von alledem kann und wird ohne ihn passieren, das ist unsere tiefe Überzeugung. Besonders im ländlichen Raum in Thüringen gibt es leider nicht flächendeckend junge Gemeinden oder ähnliche Formate. Daher ist das TeenCamp ein Ort geworden, wo Jugendliche in ihrer Lebenswelt authentisch Schritte im Glauben gehen dürfen oder vielleicht das erste Mal davon hören. Sie dürfen kommen, wie sie sind, ihre Fragen stellen und viel Ermutigung mitnehmen. Als Mitarbeitender begeistert es mich jedes Jahr neu, wie junge Menschen verändert werden und neue Perspektiven einnehmen – das gibt mir selbst sehr viel Kraft, Freude und stärkt mein Gottvertrauen. Das TeenCamp in HighOak ist ein Leuchtturm der Hoffnung und Freude für junge Menschen in Thüringen und darüber hinaus – daher darf es auch in Zukunft nicht im CVJM Thüringen fehlen! .

Darius Dunkel

Denny Göltzner
Leiter TeenCamp


WERTvolle Investionen

Auch in diesem markierten die Konficamps den Auftakt des Sommers und der kommenden Freizeiten in Hoheneiche.

„Wertvoll“ – unter dieser Überschrift standen die Konficamps 2023: vier Tage voller Gemeinschaft, Spielen und geistlichen Impulsen. Bei den thematischen Programmpunkten duften die Konfis sich mit der Frage beschäftigen, was für sie in ihrem Leben wertvoll ist und werden kann. Im Gegensatz dazu nehme ich immer wieder wahr, wie schwierig und heraufordernd es für die eine oder den anderen sein kann, sich selbst als wertvoll anzuerkennen. Arbeit mit Konfirmanden ist kein Alleinstellungsmerkmal des CVJM Thüringen. Aber ganz unabhängig von unserem diesjährigen Thema ist genau das eines der Anliegen unserer Konfi-Arbeit: junge Menschen das Wunderbaren und Einmalige erkennen zu lassen, das Gott in sie hineingelegt hat. In diesen vier Tagen auf dem Campgelände lernen sie sich selbst neu kennen und werden bewusst vor die Frage gestellt, welche Rolle Gott in ihrem Leben spielen soll.

Gleichzeitig erlebe ich, wie Mitarbeitende in dieser Zeit aufblühen: Sie entdecken Begabungen und dürfen sich ausprobieren. Ehrenamt hat sich in meiner Biografie oft dadurch ausgezeichnet, dass mir neue Aufgabe zugetraut worden sind. In dieser Art und Weise durfte ich beobachten, wie Ehrenamtliche in Moderationen, selbst angeleiteten Workshops und Kleingruppengesprächen über sich hinauswachsen.

Junge Menschen, egal ob Teilnehmende oder Mitarbeitende, ihre Gaben und wunderbare Einmaligkeit (an)erkennen zu lassen – darin liegt der große MehrWERT unserer Konficamps.

Darius Dunkel

Laura Schneider
Koordinatorin Tennagerarbeit im CVJM Thüringen


Was vereint folgende Worte?

Buttons, Klettern, Batiken, Gefühle, Lagerfeuer, Gute-Nacht-Geschichten, Feldbetten, Talenteabend, Geländespiele und viel frische Luft.
Die Pferdefreizeit in Kämmeritz!

Dieses Jahr waren auf der ersten von zwei Pferdefreizeiten innerhalb der Sommerferien 23 Mädchen zwischen 7 und 14 Jahren dabei. Ich selbst bin nun schon zum neunten Mal als Mitarbeiterin am Start. Vor vielen Jahren bin ich eher zufällig als Studentin in dieses Freizeitformat reingerutscht und seitdem von dem Konzept dieser Ferienwoche sehr überzeugt. Und das nicht, weil ich eine Woche lang von Pferden umgeben bin, sondern weil diese Woche voll ist mit Kreativität und kindlichem Tiefgang.
Es ist jedes Jahr aufs Neue bereichernd den jungen Mädels was von Gott und den teils sehr verrückten Geschichten aus der Bibel zu erzählen Dabei soll für mich immer die Message im Fokus stehen, das da einer ist, der dich und mich unfassbar gern hat und sich um uns kümmert.

Genauso kann ich voll und ganz in meine eigene kleine Traumwelt abtauchen, indem jedes Jahr neue Abendprogramm ausgedacht werden. Dieses Jahr reisten wir ins ‚Wunderland‘, indem alle Traurigkeit verfliegt. An einem anderen Abend gab es eine interaktive Ekel-Show, in der alle an ihre ganz persönlichen Ekelgrenzen geführt wurden.

Ich spreche aus Erfahrung: Am Ende einer jeden Pferdefreizeit darf ich lauter Mädchen verabschieden, die ein breites Grinsen auf den Lippen haben und viele von ihnen sich schon aufs kommende Jahr freuen. Allein das ist für mich Antrieb genug in diese Ferienwoche zu investieren.

Darius Dunkel

Lydia Günther
Ehrenamtliche Leiterin Pferdefreizeit


„Warum es sich lohnt in junge Menschen zu investieren?!“ 

Christ, Care, Competence, Culture und Creativity. Das sind die Grundgedanken hinter der TEN SING Arbeit. Das TEN SING Thüringen Seminar (TSTS) ist eine Woche lang musisch-kulturelle Jugendarbeit und basiert auf dem sogenannten 5C-Modell. Zielgruppe sind Jugendliche im Alter von 12-21 Jahren. In diesen Jahren entwickelt sich das Selbstbewusstsein und das Wahrnehmen der eigenen Person in Auseinandersetzung mit dem sozialen Umfeld. Das TSTS bietet den Rahmen die eigene Selbsterfahrung und Orientierung in einer sozialen Gemeinschaft kennenzulernen. Die Jugendlichen können auf dem TSTS sich und ihre Kompetenzen entfalten, Jugendkultur leben, sich um Andere kümmern und gleichzeitig aufgefangen werden, christliche Erfahrungen sammeln und ihre Kreativität ausleben. 

Mir gibt das TSTS die Chance Verantwortung zu übernehmen und junge Menschen in ihrer Entwicklung zu begleiten, mit allem, was dazu gehört. Außerdem habe ich die Möglichkeit meine Fähigkeiten im Umgang mit Jugendlichen auszubauen und von anderen Mitarbeiter*innen Feedback zu bekommen. Neben der persönlichen Weiterentwicklung hat es auch einen großen Nutzen für mein Lehramtsstudium. Da TEN SING von Jugendlichen für Jugendliche ist, hat es einen gewaltigen Mehrwert für den CVJM im Bereich der Jugendbildung. Viele TEN SINGende finden sich in zahlreichen anderen Angeboten des CVJMs als Mitarbeiter*innen auf Freizeiten etc. wieder und unterstützen so die aktive Vereinsarbeit.

Darius Dunkel

Antonio Delle
Ehrenamtlicher Leiter des TSTS 2023

 

Zum CVJM Magazin

Erbarmungsvoll Hoffnungsvoll

| CVJM Thüringen e.V. | Magazin

Was braucht unsere Welt heute? Ein Plädoyer für mehr Hoffnung im CVJM und Kirche.

Es sind keine Neuigkeiten, wenn ich schreibe, dass die Anzahl der Kirchenaustritte seit Jahren zunimmt. Gemeinden schrumpfen zusammen. Auch CVJM- Vereine verkleinern sich oder lösen sich auf. Wir leben in einer Zeit, wo Kirche und Glauben den Menschen fremd geworden sind. Es wird nicht mehr verstanden, was Glauben heißt. Zeitgleich boomt der Markt der Spiritualität. Es ist die Chance mit Menschen ins Gespräch zu kommen.
Zudem beobachte ich, dass unsere Nachrichten, die wir teilen, immer negativer werden. Es scheint eine Generation der Hoffnungslosigkeit heranzuwachsen. Denn warum noch etwas investieren, wenn die Klimakrise alles niederbrennt? Warum viel arbeiten, wenn bis zum Burnout arbeiten vorgelebt wird und die Rente sowieso nicht mehr sicher ist? Warum Familie gründen, wenn die Ressourcen schon verbraucht sind? Es sind gute und wichtige Motive. Es ist nur fraglich, wohin sie mich führen, wenn nicht ins Hoffnungsvolle. Wir leben in einer der besten Zeiten. Noch nie gab es so viel Wissen, Wohlstand und Kommunikationsmöglichkeiten. Und dennoch leiden Menschen unter Vereinsamung, Sinnlosigkeit und psychischen Erkrankungen. Unter Hoffnungslosigkeit.

Dem gegenüber steht Jesus. Was sagt Jesus dazu?
Jesus provoziert. Er sagt: Ich will euch die Fülle des Lebens geben. (Johannes 10, 10) Er verspricht nicht, dass wir alles haben, was wir uns wünschen. Dass wir erfolgreich, gesund und unbeschwert durchs Leben kommen. Sondern er ermöglicht uns ein Leben mit Gott. Wenn wir uns für ein Leben mit Gott entscheiden, heißt es nicht, dass wir befreit sind von Leid. Aber es ermöglicht uns, tiefe Dankbarkeit zu empfinden und im Einklang mit unseren Grundsätzen zu leben. Das ist der Unterschied zu Menschen, die in Angst und Unsicherheit, in Unzufriedenheit und Neid leben. Er bringt Hoffnung ins Spiel. Wir sind Träger dieser Hoffnung oder wir haben das Evangelium nicht verstanden. Petrus bringt es auf den Punkt in 1. Petrus 3, 15: »Seid allezeit bereit zur Verantwortung vor jedermann, der von euch Rechenschaft fordert über die Hoffnung, die in euch ist.« Leben wir in dieser Hoffnung?
Um diese Fülle nicht nur persönlich zu erleben, sondern auch in unserer Gruppe, unserem CVJM oder unserer Gemeinde, braucht es aktive Gestaltung der Zukunft. Wir leben in permanenter Veränderung und deshalb braucht es Menschen, die diese Veränderungsprozesse geistlich leiten und entwickeln.

Dabei sind drei Dimensionen zeitgleich zu bedienen:
Menschen, Struktur, Geistliches.

Menschen sind unterschiedlich schnell. Wir brauchen Beziehung zu ihnen, um Veränderung gemeinsam möglich zu machen.

Strukturen sind Gefäße, die passen müssen. Sollte das nicht mehr der Fall sein, müssen sie verändert werden. Menschen und Strukturen verbindet die Gabenorientierung. Wenn ich mit Haupt- und Ehrenamtlichen arbeite, dann sollte nicht die Aufgabe im Fokus stehen, sondern die Gaben und Fähigkeiten, die Menschen mitbringen. Das ist oftmals ein Widerspruch zu den Strukturen, den es endlich zu überwinden gilt.

Die dritte Dimension ist das Geistliche. Wir sind als christliche Organisation unterwegs. Deshalb braucht es lebendiges geistliches Leben. Die Verbindung zwischen Struktur und Geistlichem ist die Erkenntnis. Sie kann uns helfen, eine Vision, ein Bild von der Zukunft zu entwickeln, was attraktiv ist. Bei einem hoffnungsvollen Bild werden sich Menschen (neu) begeistern lassen, ein Teil davon zu werden. Richte ich meinen Blick im Zukunftsbild auf den Mangel und die Schwierigkeiten in den Strukturen, werden Menschen nicht bleiben oder dazu kommen. Das geistliche Leben und die Menschen, die mit uns unterwegs sind, verbindet das Gebet. Es ist unser stärkstes Tool, wenn wir miteinander und füreinander beten.

Im Römerbrief 12, 2 heißt es: »Richtet euch nicht länger nach den Maßstäben dieser Welt, sondern lernt, in einer neuen Weise zu denken, damit ihr verändert werdet und beurteilen könnt, ob etwas Gottes Wille ist – ob es gut ist, ob Gott Freude daran hat und ob es vollkommen ist.«

Wir sind also zur Transformation, Verwandlung oder auch Metamorphose aufgerufen. Und dabei müssen wir es nicht selbst tun, sondern Gott wird uns verwandeln. Er verwandelt in das, was ER schon sieht. Das wird gut und vollkommen sein.

Das erfordert aber kein passives Abwarten, sondern ein größeres Denken. Wir sind aufgefordert, unser Denken umzukehren und eine vorwärtsgerichtete Haltung einzunehmen, in Gottes Dimensionen zu denken.

Um diese andauernde Veränderung in Bewegung zu halten, braucht es zwei Haltungen. Die aktive Haltung ist unser Tun. Dabei steht die Frage im Raum, was wir wirklich brauchen, es zu verstehen. Danach gilt es, Entscheidungen zu treffen und diese auch umzusetzen. Das zweite ist die empfangende Haltung. Es liegt Kraft im Innehalten, im hörenden Gebet, im Empfangen. Im Prozess von Gott alles zu erwarten, was er dazu für nötig erachtet.

Wenn Jesus uns als die Fülle des Lebens für dich persönlich verspricht, für deine Gruppe, deinen CVJM, deine Gemeinde, dann schau nicht nur auf deine to do. Leg die Strukturfragen zur Seite. Kreise gedanklich nicht um die fehlenden Menschen.

Halte inne, suche Stille und lass dich von Gott erfüllen. Suche Menschen in deinem Umfeld mit Weisheit und geistlicher Deutungskompetenz. Schau auf die Menschen, die noch nicht da sind. Entwickle ein Ziel, das lockt und eine reizvolle Perspektive hat. Kreiere neue Idee und nicht gleich Pläne dazu.

Sammle Menschen, die da sind und entfache das Feuer neu, geistlich miteinander unterwegs zu sein. Gott wird handeln, wenn wir einen heiligen Raum neu aufmachen, wenn wir Gottes Verheißungen ernst nehmen und die Geistesgaben von Menschen wieder zum Einsatz kommen.

Veränderungsprozesse, die mit oder ohne uns passieren, werden gut geleitet, wenn wir uns von Jesus leiten lassen. Werde hoffnungsvoll zur Zukunftsgestalterin oder zum Zukunftsgestalter, indem du dich neu auf Jesus ausrichtest. Dann lass dich ermutigen Veränderungen aktiv zu gestalten.


Darius Dunkel

Nicole Fraaß
Fachlich-pädagogische leiterin im CVJM Thüringen

Zum CVJM Magazin

MontagsMoment | 25.09.2023

| CVJM Thüringen e.V. | MontagsMoment

Liebe CVJM-Community!

Ich krieg die Krise! 

Krisen sind doof. Egal ob Krieg, Klima, Korruption oder Bus verpasst, Krankheit und Beziehungsprobleme. Aber Krisen sind auch OK. Stell dir ein Leben vor, in dem alles immer rund läuft. Kein Warten, keine Enttäuschung, kein Leid. Klingt erstmal himmlisch, wäre aber schnell langweilig. Ein gutes Leben lebt von Dynamik. Sonne ist nur dann ein Segen, wenn es zwischendurch auch regnet. 

Du musst also nicht gegen Krisen ankämpfen. Besser ist es, sie anzunehmen und produktiv mit ihnen umzugehen. Paulus erzählt im 2. Korintherbrief von einem "Stachel im Fleisch" (2. Kor 12,7-9), der ihn gehindert hat, abzuheben. Vielleicht war das eine Krankheit, ein chronisches Leiden oder der Frust, ein Leben lang Single zu sein. Wir wissen es nicht. Zumindest war es für ihn eine Krise. Und er hat gelernt, sie positiv anzunehmen. Auch in meinem und deinem Leben können persönliche Krisen Tiefgang und neue Erkenntnisse bringen, auf die man ohne das Leid nicht gekommen wäre. Du darfst schwach sein, damit Gottes Stärke sichtbar wird.

Damit will ich nicht schönreden, dass es auch echt schlimme Situationen gibt, an denen Menschen zerbrechen. Aber im Leben gibt es nun mal Gute Zeiten und schlechte Zeiten.

Das ist auch die Erfahrung von Ostern: wir müssen durch Leid, Schmerz und Trauer des Karfreitages hindurch, müssen die Ungewissheit des Karsamstages aushalten, um die Auferstehungsfreude am Ostersonntag wirklich wahrnehmen zu können. Und mit Blick auf Jesu Leiden können wir unsere Krisen annehmen im Vertrauen, dass am Ende das Leben siegen wird. Denn bei aller Wertschätzung der Krise ist sie nicht Ziel und Wunschzustand unseres Lebens, sondern die Kontrastfolie, auf der man das wundervolle, bunte Leben so richtig genießen kann. 

Euer Karsten Kopjar 
@medientheologe & EKM SocialMedia-Koordinator

Und deine Challenge für die Woche: Prüfe mal, welche persönlichen Krisen auf dich einprasseln. Schau sie in Gottes Licht an und was du nicht selbst oder im Gespräch mit anderen auflösen kannst, gibt bei ihm ab. Und dann schau, was gerade gut läuft und freu dich darüber 😊

 

 

 

 

Gottesdienst: read it... Der Brief an die Galater.

| checkpointJesus | cpJ-Predigt
  Galater 6,1-10 BB
MALTE KLEINERT  

 

Bevor Paulus zum Ende kommt und seine zentralen Gedanken zusammenfasst, schreibt er im Kapitel 6 von dem Zusammenleben in der Gemeinde. Ich lese die Verse 1 bis 10.  

1Brüder und Schwestern, nun kann es vorkommen, dass sich jemand zu einer Verfehlung hinreißen lässt. Dann sollt ihr, die ihr ja vom Geist geleitet werdet, ihn auf den richtigen Weg bringen. Tut dies mit der Freundlichkeit, die der Geist schenkt. Dabei muss jeder für sich selbst darauf achten, dass er nicht auch auf die Probe gestellt wird. 2Helft einander, die Lasten zu tragen. So erfüllt ihr das Gesetz, das Christus gegeben hat.3Wenn allerdings jemand meint, er sei etwas Besonderes, dann macht er sich etwas vor. Denn das ist er keineswegs.4Vielmehr sollte jeder das eigene Tun überprüfen. Dann hat er etwas, worauf er stolz sein kann, und muss sich nicht mit anderen vergleichen.5Denn jeder wird seine eigene Last zu tragen haben. 6Wer Unterricht in der Lehre von Christus erhält, soll seinen Lehrermit seinem ganzen Besitz unterstützen.7Täuscht euch nicht! Gott lässt keinen Spott mit sich treiben. Denn was der Mensch sät, das wird er auch ernten.8Wer auf den Boden seiner selbstsüchtigen Natur sät, wird von seiner Selbstsucht das Verderben ernten. Aber wer auf den Boden von Gottes Geist sät, wird von diesem Geist das ewige Leben ernten.9Lasst uns daher nicht müde werden, das Rechte zu tun. Denn wenn die Zeit da ist, werden wir die Ernte einbringen. Wir dürfen nur nicht vorher aufgeben.10Solange wir also noch Zeit haben, wollen wir allen Menschen Gutes tun –vor allem aber denjenigen, die durch den Glauben mit uns verbunden sind.

 

 

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Dieser Vers ist mir in der letzten Zeit an unterschiedlichen Stellen immer wieder begegnet. Dabei hat mich die Frage nicht, warum es uns manchmal so schwerfällt, „Andere“ anzunehmen oder sogar zu lieben, nicht mehr losgelassen. Und wieso es trotz Bemühungen manchmal schwer ist, anzunehmen und nicht abzulehnen, zu vertrauen und nicht zu misstrauen, Verhalten zu akzeptieren und nicht vorher zu verurteilen. So oft ist unser Leben von richtig oder falsch geprägt und so oft haben wir auch selbst Angst vor Konsequenzen oder dem Ausschluss, weil wir vielleicht „anders“ sind. Bei all dem bleibt das Miteinander gerne mal auf der Strecke, weil jede/r für sich durchs Leben wuselt. Jesus kann uns hier zum Vorbild werden. Jesus ist auf die Menschen zugegangen, besonders auf diejenigen, die ausgeschlossen wurden. Er hat diese Menschen angenommen, akzeptiert und geliebt. Jesus lädt uns zu sich ein und wir dürfen kommen, so wie wir sind.

Aber wie kann das für uns gelingen? Wir nehmen uns einander an, wenn wir uns für unser Gegenüber interessieren, wenn wir uns bemühen, den/die andere/n zu verstehen, wenn wir den ersten Schritt machen und auf den/die andere/n zugehen. Annehmen heißt, zu einer anderen Person „Ja“ zu sagen. Wenn wir es schaffen, über unseren Schatten zu springen, wenn wir es schaffen, nicht vorher zu urteilen, dann würde die Chance für eine Beziehung bestehen und vielleicht sogar für eine Freundschaft. Sich einander anzunehmen gelingt, wenn wir zueinander freundlich sind und uns gegenseitig ermutigen. Wir können füreinanderbeten und Segen, wie Jesus wirkt.

Eure Lea Bernardy

Challenge: Such dir eine Person, der du gerne mehr/besser begegnen möchtest und bete ganz bewusst für diesen einen Menschen. Vielleicht hast du ja sogar den Mut für einen weiteren Schritt wie zum Beispiel ein Gespräch, ein Lächeln, eine Aufmerksamkeit.

 

 

 

 

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